
Ich muss ja zugeben, ich habe in einer Stadt gewohnt, die es nicht gibt. Das hatte natürlich zu Folge, dass meine Anbetung zu wünschen übrig ließ. Aber ich habe im schönen Bielefeld nicht nur gewohnt, sondern auch studiert und zwar NWI . Heißt zwar Informatik ist aber nur Mathe, also 2 Vorlesungen Mathe, die auch Mathe heißen (Mathe Mathe Mahte MAhte MAAtthhee ) und mehrere, die vorgeben nicht Mathe zu heißen, es aber sind! gewitzt oder? ^^ Nun ja außer im Pyhsik Grundkurs beim tollen Prof. Dario Anselmetti (kling komisch ist aber Schweizer), gab es keine Kreativität. Pysik war immer super in der 1. Vorlesung hat Prof. Anselmetti eine Rakete quer durch den Raum geschossen, 2 Dinge in die Luft gejagt und irgendwas in Brand gesteckt. Ja sowas nenne ich kreativ … naja zu mindest anschaulich. der Pysik Prof war auch der Einzige, der wirklich mit den Studenten gesprochen hat.. persönliche Gespräche haben selbstverständlich nicht stattgefunden. Vorlesungen in Bielefeld finden ja immer in etwas kleineren Hörsälen statt. Das man seine angenehme persönliche Atmosphäre nur mit ca 399 anderen Mitstudenten teilen brauch. Da wird Anonymität natürlich ein Fremdwort . Aber zurück zu schönen Mathe-Vorlesungen, wie “lineare Algebra” oder “Analysis”. Diese Vorlesungen laufen trotz verschiedener Professoren wie folgt ab: Prof kommt zerstreut, zu spät rein, geht an die Tafel, hat das Micro vergessen und schreibt einfach sein Script an die Tafel, sagt manchmal etwas wie :” so” oder “entsteht aus” oder “simpel”. Nach einiger Zeit (ca die 3. Vorlesung) stöhnten manche Studenten bei dem Wort “simpel” ein “Aaarg, wenn das so simpel ist, warum versteht das dann hier niemand, außer der olle Streber aus Franken da vorne?”. Nun ja wie ihr sicherlich schon vermutet habt ist das Klima in den Vorlesungen seit ca der 3. etwas persönlicher geworden. Aber auch eine Halbierung der Studenten im Hörsaal bewirkte nicht, dass der Prof auch nur einen Blick, der länger anhielt als 3,1415 Microsekunden, an die Studenten verschwendete, wenn er doch genau so gut seine heiß geliebte Tafel mit seinen Blicken fesseln konnte.
Die guten Seiten an der Uni Bielefeld waren das Essen in der Mensa (pha wer’s Glaubt). Im so genannten “Schauerkasten” kann man jeden Mittag vor Einnahme etwas betrachten, dass dann später so ähnlich aussieht, wie das was man auf den Teller bekommt. Naja die Preise waren i.o.
Schnell findet man jedoch raus, dass es eine tägliche Pilgerreise gibt, die sich vom Klotz weg in eine andere Richtung zieht. Die Fachhochschule Bielefeld bietet nämlich auch für Uni Studenten gutes Essen mit großer Auswahl zu guten Preisen. Da gibt’s jeden Mittag immer alles: von Pasta bis Grateng und Pommes. Dort kann man also schon gut von den Beilagen leben. Wenn man das erstmal raus hat, muss man nicht mehr verhungern. Gut!
Nun wäre es noch schön, wenn es etwas fürs Auge gäbe. Okay, Schöne Studenten gibt es ja irgendwo an jeder Uni. Doch um diese Studenten rum etwas zu bauen, dass man nicht sofort als “den Klotz” bezeichnen will wäre vlt. ganz cool gewesen .
Der Klotz besteht aus einem Hauptgang, der mit dem Westend oder dem Audimax Abschließt. An den Seiten gibt es die sog. Zähne, das sind die Seitenauswüchse des Klotzes dadrin sind Hörsäle, Seminarräume und son Schmu auf bis zu 13 Stockwerken (vlt. auch mehr^^ ). Die gesamte Uni ist mehrfach unterkellert und wenn man die richtigen Einführungsveranstaltungen besucht, bekommt man erklärt, dass die Uni ein riesiges Atomuboot ist: mit Reaktor im Keller, radioaktiv verseuchten Ratten und Zombies, also alles was das Herz begehrt.
Beim Studieren wird der Arbeitsaufwand mit sog. Creditpoints nachgewiesen. Diese kann man jedoch auch liebevoll Experience Points nennen und wenn man gerade schon dabei ist gibts für Atom Ratten einen und für die Zombies sogar 2. der Zombie Endboss bringt sogar gleich 4. aber dazu muss man erstmal auf Keller-Ebene 4 vordringen, welche schon ziemlich nah am Reaktor ist, ohne die nötige Schutzkleidung sollte man dann vlt. doch lieber versuchen seine XP mit einfachen Seminarbesuchen zu bekommen.
Im schönen Westend (große Cafeteria) gibt es oft die wohl größte Studentenparty Deutschlands (vlt auch Nordmitteldeutschlands, aber auf jedenfall groß). Naja ich war da nie, hab auch nur schlechtes gehört, gibt aber sicher Leute dies gut finden. die Termine oder Rezessionen findet man häufig auf dein Schreibpulten in den Hörsälen. Wenn man erstmal die Technik raus hat, seinen Stift so zu drücken, dass er sich ein bisschen in die Holzoberfläche drückt, dann kann man auch Nachrichten hinterlassen die etwas länger halten. Die Hörsaal Pulte sind mit allem, was man sich vorstellen kann verziert. Angefangen von den oben genannten Partyrezessionen über einfach Meinungsumfragen bis hin zu aufgemalten Fernbedienungen mit nur 2 Knöpfen: “Prof aus” und “ganz aus”.
So das fällt mir bis jetzt zu meiner schönen Studentenzeit im Bielefelder Klotz ein, obwohl ich noch ga nicht von der schiefsten Wohnung der Welt gesprochen habe, aber das soll eine andere Geschichte sein.