Game Girl

Laut einer Studie der Stanford University, verhalten sich Männer und Frauen grundlegend anders bei Computerspielen. Das Belohnungszentrum im Gehirn der Männer scheint die virtuellen Realitäten weit aus stärker zu belohnen als das der Frauen. Besonders bei Spielen in denen es um Raumgewinn geht, wird der Mann automatisch dazu angeregt mehr zu wollen, auch wenn es sich nur um virtuellen Raum handelt.
Dies konnten die Wissenschaftler anhand eines einfachen Spieles herausfinden, bei dem der Spieler oder die Spielerin Kugeln, die sich bewegten anklicken mußte. Um so näher die Kugeln einer Begrenzung waren, um so weiter verschob sich diese Begrenzung nach anklicken der Kugel.
Bei einem Versuch mit gleichvielen männlichen und weiblichen Studenten, sollten die Probanten lediglich die Kugeln anklicken. Alle Tester verstanden das Spielprinzip recht schnell. Zu beobachten war, dass die Männer schnell energischer vorgingen, um mehr Raum zu gewinnen und immer zielstrebiger die Kugeln nah an den Begrenzungen anklickten. Die Frauen dagegen gewannen auch Raum, jedoch war die Effizienz nicht so hoch.
Zusätzlich wurden bei diesem Test die Gehirnströme der Probanten getestet. Daraus konnte man ableiten, dass die Region im Gehirn, die für Belohnung und Sucht zuständig ist, bei Männern viel stärker angesprochen wurde als bei Frauen.

GamerLaut einer weiteren Studie sind Männer generell Suchtgefährdeter als Frauen. Aber haben Männer wirklich diesen Urdrang ihr Gebiet oder Territorium vergrößern zu müssen? Ich denke, diesen Drang nach Raumgewinn kann man einfach auf weitere bekannte Spielmechaniken wie Charakterwachstum bei Rollenspielen oder Ressourcengewinn bei Strategiespielen anwenden und somit das hohe Suchtpotential dieser Spielformate erklären.
Meiner Meinung nach könnte diese Studie sogar einige Verhaltensweisen des modernen Alltags oder aber der Geschichte erklären: Männer führen Kriege um ihr Territorium auszuweiten, wollen mit aller Gewalt in Führungspositionen, arbeiten bei Interesse so lange bis sie ihr angestrebtes Ziel erreicht haben. Alles Formen der territorialen Ausweitung, die auch immer eine Form des Machtgewinns sind. Und Machtgewinn ist meiner Meinung nach in unserem heutigen Zeitalter der Ellenbogengesellschaft und der funktionalistischen Depersonalisierung des Individuums eines der zentralen gesellschaftlichen Themen. Dieser erhöhte Druck zur Selbstbehauptung führt zu einem sehr hohen Stressfaktor.
Frauen dagegen scheinen dem zu Folge ganz offensichtlich die Ergründung von neuem Territorium als nicht zwangsläufig so primär anzusehen. Meiner Meinung nach ist dies ein Indiez dafür, dass sie deshalb wahrscheinlich gelassener und überlegter an viele Problematiken herangehen.

Der Computerspielmarkt für Frauen ist kein großer, und besteht meiner Meinung nach zum Großteil aus “die Sims”, auf dem PC und so etwas wie “Singstar” für Konsolen.
Die Tatsache, dass dieser Markt noch so dünn besiedelt ist, bietet einen großen Anreiz für viele Herstellerfirmen diese Niesche zu füllen.

Golem